23. Juni 2018

Wunsch und Wirklichkeit in der Vermögensanlage – Expertengespräch

„Mit einer Aktienquote von unter 30 Prozent im Portfolio ist keine Rendite zu erzielen.“ – Mit dieser klaren Festlegung hielt Andreas Beck, Gründer und Vorstandssprecher des Institutes für Vermögensaufbau (IVA) München, bei der Veranstaltung „Wunsch und Wirklichkeit in der Vermögensanlage“ des Bankhauses Krentschker am Mittwoch in Graz ein Plädoyer für einen aussichtsreichen Mix im Vermögensmanagement. Aktien als Renditebringer würden immer wichtiger, da mit Anleihen angesichts der zwar leicht steigenden, aber immer noch niedrigen Zinsen nichts zu verdienen sei, so Beck. Das bankenunabhängige IVA erstellt Studien, deren Ergebnisse Investoren und Anlegern bei ihrer Suche nach hochwertigen Anbietern für einen langfristigen und wissenschaftlich fundierten Vermögensaufbau helfen sollen.

 

Dynamische Konsumzyklen

Becks Aussage, dass die Zinsen dauerhaft nicht mehr die hohen Niveaus der Vergangenheit erreichen werden, deckt sich mit der Erwartung vieler Experten. Seine volkswirtschaftliche Erklärung: Die Höhe der Zinsen korreliere mit dem Konsumverhalten. Die Dynamik der Konsumzyklen sei dynamisch wie nie und nicht vergleichbar mit früheren Zyklen: „Früher hat man zum Beispiel Möbel langfristig angeschafft. Heute kauft man ein Sofa für vier bis fünf Jahre. Man wird für den Konsumaufschub nicht mehr belohnt.“

Untermauert wurde Becks Zins-Einschätzung von Krentschker-Portfoliomanager Florian Schuh, der Investments in Anleihen aktuell als „herausfordernd“ bezeichnete: Um dabei Verluste durch Schwankungen bei Zinsen und Währungen möglichst zu vermeiden, setzt er auf kurze Durationen (Bindungsdauer), gute Bonitäten und Instrumente zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos.

 

Renditen in Realwirtschaft

In diesem Umfeld brach Andreas Beck eine Lanze für Aktieninvestments und eine breite Streuung über Länder und Branchen. „Wo bleibt der Crash?“, fragte er provokant in die Runde. Auch die Krise nach 2008 habe nichts daran geändert, dass börsennotierte Firmen – mit einigen Ausnahmen wie etwa Medienunternehmen – weltweit stabil und gesund seien: „Der Kapitalismus ist aus der Krise gestärkt hervorgegangen.“ Und das bleibe auch so: „Der deutsche Aktienindex DAX wird in zehn Jahren bei 20.000 Punkten stehen (Anm.: Aktuell ca. 12.600 Punkte).“ Die Renditen, so der IVA-Gründer, würden ausschließlich in der Realwirtschaft entstehen.

 

Konstante Asset Allokation

Im Vermögensmanagement setzt das Bankhaus Krentschker seit rund fünf Jahren auf die Empfehlungen des Münchner Experten, ließ Alexander Eberan, Vorstand bei Krentschker, das Publikum wissen: „Es gibt zwei Entscheidungen, die meist nicht gut funktionieren: Die eine ist es, rechtzeitig zu kaufen und die andere, zum besten Zeitpunkt zu verkaufen.“ Die einzig richtige Antwort: Antizyklisch investieren und die vereinbarte Quote in der Aufteilung der Assets strikt beibehalten, so Eberan. Studien würden zeigen, dass mehr als 90 Prozent des Veranlagungserfolges von der individuellen, strategischen Vermögensstruktur und nur zu einem geringen Prozentsatz von anderen Faktoren wie Timing, Stock-Picking etc. abhängen. Weil aber die menschliche Psychologie bisweilen zum „Herdentrieb“ neige und Anleger oft zum falschen Zeitpunkt zu teuer kaufen oder zu billig verkaufen, sei ein professionelles und persönliches Vermögensmanagement durch Experten mehr als hilfreich. Denn ein wesentlicher Bestandteil des Anlageerfolgs ist es, in der Anlageentscheidung einen kühlen Kopf zu bewahren. „Ich habe es schon erlebt, dass sich Kunden bei steigenden Aktien in ihre Aktienquote geradezu verliebt haben“, scherzte Eberan. BalanceOne®, das Anlagekonzept der Privatbank Krentschker, hilft dem Kunden, die vereinbarte Vermögensstruktur auch in turbulenten Zeiten durch Rebalancing langfristig konstant zu halten.

 

Antizyklisch handeln

Ein Beispiel: Die Vermögensstruktur eines Kunden besteht zu 50 Prozent aus Aktien und zu 50 Prozent aus Anleihen. Da durch Marktbewegungen Aktien im Wert steigen, führt dies zu einer veränderten Vermögensstruktur, wodurch mit BalanceOne® eine Anpassung der Vermögensstruktur ausgelöst wird. Dieses hat nicht nur den Effekt, dass durch Reduktion der Aktien und Aufstockung der Anleihen die ursprünglich vereinbarte Vermögensstruktur wiederhergestellt wird, sondern bringt auch den Effekt einer antizyklischen, emotionslosen Handlungsweise in der Anlageentscheidung mit sich.

 

V.l.n.r.: Bankhaus Krentschker-Vorstand Mag. Alexander Eberan, Eveline Schlick (Leitung Private Banking Graz), Dr. Andreas Beck (Institut für Vermögensaufbau, München) und Florian Schuh (Portfolio Manager, Bankhaus Krentschker)


 

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