15. Dezember 2017

Ausblick: 2018 bringt volatilere Aktienmärkte – Bankhaus Krentschker Marktkommentar

Die bereits eingeleitete Zinswende (siehe u.a. Grafik), eine steigende Volatilität bei Aktien sowie das Ende der Eurostärke werden die bestimmenden Parameter für die Märkte im Jahr 2018 sein, berichtet das Bankhaus Krentschker in seinem Ausblick für das kommende Jahr.

 

Zinszyklus US und EU, Quelle: Bloomberg

 

Das „ideale“ Portfolio 2018

Das „ideale Portfolio“ gibt es bei Krentschker grundsätzlich nur in einer einzigen Form: Das ideale Portfolio ist jenes, das haargenau auf die persönlichen Ziele des Kunden angepasst ist. Diese definieren sich wesentlich aus der Ertragserwartung und vor allem auch aus der individuellen Risikobereitschaft. Wobei letztere nochmals in zwei Aspekte zu teilen ist: in die tatsächliche finanzielle Risikotragfähigkeit und in die emotionale Tangente. Durchhalten und antizyklisch handeln, sei für den Einzelnen oft eine schwierige Herausforderung, ist jedoch für die Experten des Bankhauses Krentschker das Geheimnis des Erfolges.

Mit der in Österreich einzigartigen antizyklischen Anlagestrategie BalanceOne® setzt Krentschker auf das so genannte Rebalancing. Dabei wird die mit dem Kunden vereinbarte Vermögensstruktur langfristig konstant gehalten und bringt auch den Effekt einer antizyklischen, emotionslosen Handlungsweise in der Anlageentscheidung mit sich.

Dennoch gibt es auch bei Krentschker ein „typisches“ Portfolio für 2018: Eine breite Strategie mit mehr Diversifikation als bisher lautet die Devise, also sollte man zu den Hauptanlageklassen Aktien (55%) und Anleihen (30%) jedenfalls Rohstoffe (6%), Gold (6%) und Immobilienwerte (3%) beimischen.

 

Aktien

Aktien sind nicht billig, aber immer noch attraktiv. Für Krentschker bildet das fundamentale Umfeld weiterhin eine gute Basis, um mit Aktien solide Renditen zu erzielen: Die Unternehmensergebnisse sind stabil und das – immer noch tiefe – Zinsniveau wirkt unterstützend. Allerdings mahnt Krentschker auch ein wenig zur Vorsicht, denn viele Indikatoren deuten auf einen Anstieg der Volatilität der Aktienkurse hin.

Wichtig sei für eine ausgewogene Strategie eine globale Streuung, wobei 2018 eine Übergewichtung europäischer und japanischer Aktien empfehlenswert sei. Bei Aktien in den Emerging Markets sollten jetzt die starken Kursanstiege genutzt werden, um teilweise Gewinne mitzunehmen. Für deren gänzlichen Verkauf aus dem Portfolio sei der Zeitpunkt jedoch noch zu früh. US-Aktien seien bereits hoch bewertet, weshalb sie Krentschker idealerweise im Portfolio untergewichtet. Selbst die kürzlich verabschiedete US-Steuerreform ändere nichts an dieser Strategie, denn in Erwartung des Zustandekommens der Steuerreform sei diese in den Kursen bereits „eingepreist“. Zusätzliche Impulse für die US-Aktienkurse sieht Krentschker daher derzeit nicht.

 

Anleihen

Bei Anleihen wird sich das Ende des Niedrigzinszyklus in den USA, aber auch in Europa immer stärker bemerkbar machen. Das Performancepotenzial in riskanteren Anlageklassen – vor allem bei Euro High Yield Anleihen – ist laut Krentschker bereits ausgeschöpft: Mit einem Renditeniveau von knapp über 2% sei das Risiko nicht mehr adäquat abgegolten, weshalb sich diese Anlageklasse im Jahr 2018 nicht mehr im Portfolio befinden sollte.

Den Anteil von Anleihen mit höheren Bonitätsrisiken – wie Corporate- und Emerging-Markets-Bonds – sollte man im kommenden Jahr tendenziell zurückfahren, rät Krentschker. Denn Hochzinsanleihen werden in der Kursentwicklung einen gewissen Gleichlauf mit Aktien verzeichnen. Stattdessen empfehlen sich Investitionen in Qualität, auch wenn die Renditen sehr niedrig sind. Eine Verlagerung in Richtung Staatsanleihen bester Bonität, wie etwa US-Treasuries, sei gleichzeitig auch eine Antwort auf Volatilitäten im Aktienmarkt zur Stabilisierung des Portfolios. In zu erwartenden „risk-off“-Phasen werden gerade diese Anlageinstrumente ein gutes Gegenwicht darstellen.

 

Gold, Rohstoffe, Immobilien

Während Aktien und Anleihen nahe ihren Allzeithöchstständen notieren, sind Rohstoffe und Gold davon weit entfernt. Das global gute Wirtschaftswachstum sollte die Rohstoffpreise künftig deutlich beflügeln, Gold ist als „safe haven“ eine Absicherung gegen plötzliche auftretende Schwankungen am Aktienmarkt, so Krentschker. Heimische Immobilienfonds runden das Portfolio ab, da aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB die Bewertungen von Immobilien derzeit nicht in Gefahr seien.

 

Währungen

Das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar schätzt Krentschker stabil ein, die Eurostärke sollte weitgehend vorbei sein. Der wesentlich weiter fortgeschrittene Zinszyklus in den USA steht dabei im Gegensatz zu einer erneuten Ausweitung der Anleihen-Kaufprogramme der Europäischen Zentralbank bis September 2018. Die Kernprobleme der „zwei Geschwindigkeiten“ im Euroraum werden 2018 voraussichtlich wieder verstärkt in den Fokus rücken. Weitere Entscheidungen über Hilfen für Griechenland stehen ab Spätsommer 2018 an. Italien als große Unbekannte bietet ebenso reichlich Potenzial für Verunsicherung.


 

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