22. September 2017

US-Notenbank-Entscheidung wird Anleihen, nicht aber Aktien belasten

Die deutlichen Signale der US-Notenbank FED von Mittwoch – für einen weiteren kontinuierlichen Anstieg der US-Zinsen – werden sich voraussichtlich in einer Belastung für die Anleihenmärkte, jedoch nicht für die Aktienmärkte niederschlagen. So lange die FED das Inflationsziel halten kann, sind die Aktienkurse gut unterstützt. Gleichzeitig sollte der US-Dollar gegenüber dem Euro (derzeit rund 1,19) auf ein Niveau von rund 1,15 wieder an Fahrt aufnehmen.

Zinserhöhung für Dezember erwartet

Konkret beschloss die FED zwar am Mittwoch, den Leitzins derzeit noch in einer Range von 1 - 1,25 % zu belassen. Aufgrund der Aussagen kann aber erwartet werden, dass im Dezember – nach mehreren bereits erfolgten Zinsschritten – eine weitere Zinsanhebung folgen wird. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die niedrige Arbeitslosenraten sind sehr nahe an den Zielen der FED, womit eine Straffung der Geldpolitik durch höhere Zinsen gerechtfertigt ist. Die US-Sturmkatastrophe bewertet die FED zwar als kurzfristig inflationstreibend, mittelfristig seien jedoch deren Auswirkungen auf die Wirtschaft gering. Die FED sieht die Inflation auf einer 12-Monats-Basis weiter unter 2%. Das langfristige Ziel für den maßgeblichen US-Leitzinssatz wurde von 3% (Juni Sitzung) auf 2,75% zurückgenommen.

 

Zeit des billigen Geldes vorüber

Die FED setzte ein deutliches Zeichen, dass die Zeit des billigen Geldes endgültig vorüber ist: Die US-Notenbank wird ihr Wertpapier-Rückkaufprogramm (Quantitativ Easing) langsam und marktschonend zurückfahren. Das bestehende Wertpapierportfolio der FED beträgt derzeit 4,5 Trillionen US-Dollar (USD 4.500.000.000.000,--) bestehend aus US-Treasuries und US-Mortgage-Bonds, was etwa einer Verfünffachung im Vergleich zum Wert vor der Finanzkrise im Jahr 2007 entspricht. Ab Oktober wird die FED-Bilanz monatlich um 10 Mrd. USD reduziert (USD 6 Mrd. in Treasuries und USD 4 Mrd. in Mortgage Bonds). Dieser Wert wird alle drei Monate weiter erhöht bis die monatliche Reduktion USD 30 Mrd. erreicht. Um eine Panik der Märkte zu verhindern, werden nicht Anleihen auf dem offenen Markt verkauft, sondern abgewartet bis fällige Papiere auslaufen. Die angekündigte Maßnahme ist also ein sehr langfristiger Prozess.

Unspektakuläre Reaktion der Märkte

Als unmittelbare Reaktion auf die finanzpolitischen Ankündigungen in den USA, ist der Euro gegenüber dem US-Dollar von 1,20 auf 1,18 gefallen. Gleichzeitig stieg die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries (15.11.2027) von 2,20 % auf 2,25 %. Der US-Aktienindex S&P500 zeigte sich anfänglich irritiert und verlor rund 0,5 %, erholte sich aber rasch.

 

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